Jochem Hendricks

18.04.07 bis 16.06.07

VERNISSAGE:

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Die Eröffnung findet am Mittwoch, den 18. April von 18.00 - 22.00 Uhr in unseren NEUEN RÄUMEN in der Aachener Str. 5 statt.

Irritationen auszulösen, gehört zur Strategie des Frankfurter Künstlers Jochem Hendricks (geb. 1959). Ihm ist daran gelegen, auf möglichst breiter Basis Sehgewohnheiten zu benennen und zu durchkreuzen, Erscheinungen nach ihren Voraussetzungen zu befragen, dem Wechselspiel von Agieren und Reagieren nachzugehen, Mechanismen und Freiräume von Denken und Empfinden aufzuspüren und vielleicht ablenkend zu korrigieren und sich auch in das Feld der Kunsttheorie einzumischen, kurzum: sowohl für selbstverständlich akzeptierte Normen und Regularien des täglichen Lebens als auch eingetretene Pfade innerhalb des Kunstbetriebs ins Bewußtsein zu heben und zu hinterfragen.
Man kennt derlei Bemühungen und Prophetien; sie kommen vielfach großspurig und messianisch daher. Schließlich gehört es zum künstlerischen Auftrag, sich gegen Konventionen aufzulehnen, alternative Wege zu beschreiten und möglicherweise neue Vorschläge zu unterbreiten.
Hendricks nun geht zwar eher still, unspektakulär und teilweise subversiv vor, aber er erzielt Wirkungen, die den Einzelnen physisch schmerzen und psychisch belasten und sogar die soziale Ordnung durcheinander bringen können...
Es scheint, als suchten sich bei Hendricks die soziokulturellen, kunstimmanenten oder philosophischen Fragen ihre Bilder und nicht umgekehrt, so, wie es für die Neokonzeptkünstler typisch ist. Sich dabei mit der Kunst der Väter und Großvätergeneration auseinanderzusetzen und hieraus Erkenntnisse zu ziehen, hat z.Zt. Konjunktur und bringt bemerkenswerte Resultate. Aber Hendricks geht es nicht um stil- und geistesgeschichtliche Verwandtschaften, sondern um grundsätzliche Übereinkünfte in unserer Gesellschaft, nach welchen Handlungen vollzogen, Geschehen abgewogen und beurteilt werden, nach denen das vielgestaltige Gemeinwesen ablaufen kann. Möglicherweise sind es aber gerade die Nuancen, die Unvereinbarkeiten, welche Begriffe dehnbar und einen Tatbestand unterschiedlich interpretierbar machen.
Hendricks Methoden, seinen Themen, seien sie als Objekte oder als Ergebnisse von Handlungen erfasst, sinnreiche Gestalt zu geben, variieren. Er kopiert und simuliert, er stellt nach, schlägt humorig Haken und er kontert auch, holt zum Gegenangriff aus, nicht selten mit den Waffen des Kontrahenten...
(Auszug eines Textes von Renate Puvogel: Jochem Hendricks, in: Kunstforum, Bd. 165, Juni-Juli 2003)

In seiner aktuellen Ausstellung in der Thomas Rehbein Galerie zeigt Jochem Hendricks neue Arbeiten, die in den letzten Jahren entstanden sind: „Meute“ (2002-2006); „Oleg’s Ohr“ (2004-2006); „Eastern Borderline“ (2003-2005) und „Concetto 6mm“ (2007).

 


Künstler:
Jochem Hendricks (VITA)