Johannes Spehr

Notizen von der Peripherie eines Belagerungszustandes

26.02.14 bis 05.04.14

VERNISSAGE: 26. Februar, 18-21 Uhr

DOWNLOAD PRESS RELEASE

Die Thomas Rehbein Galerie freut sich, in der achten Einzelausstellung von Johannes Spehr neue Zeichnungen, die in zugespitzten Szenarien eine dystopische Gesellschaft heraufbeschwören, verbunden mit einer Rauminstallation zu zeigen. Außerdem wird der neue und zugleich Ausstellungstitel gebende Katalog des Künstlers vorgestellt.


Unter den jüngsten Zeichnungen sticht eine kleinteilige Folge hervor, die sich von den zumeist detailreich in die Irre führenden ‚Storyboards’ aus dem wachsenden Angebot der in ausgefeilten Bildtechniken kondensierten Fiktionen von fassbaren Handlungsorten unterscheidet. Wie auch immer man in die Folge einsteigt, sie beginnt und endet in der ‚Schwärze’ der sich selbst genügenden, all-over gesetzten Spuren des Bleistifts. Dazwischen, die für einen kurzen Moment aus dem Nirgendwo ausgeleuchtete Riege perfekter Mutanten (...).

Und irgendwie lockt diese Gesellschaft seelenloser Blindgänger in jenen vibrierenden Bann von Stills aus Filmen, deren Beziehung zu einer irgendwie deutbaren Erzählung verloren ist. Unter objektiven Gesichtspunkten findet sich kein einschlägiges Indiz für irgendetwas, was man gemeinhin als eindeutige oder doch wenigstens plausible gesellschaftskritische Botschaft verstehen müsste. Nein, diese Bildwelt ist um einiges hinterhältiger als manch moralisch ausstaffiertes Angebot aus dem Werkzeugkasten der ideologisierten Besserwisser. Ob im Raum oder in der Zeichnung, es sind vor allem die ‚Leerräume’, in der die Stille nach dem Windeinschlag herausfordert. (...)

Figuren, die vor dem Windeinschlag die Lichtung des Waldes in einem abstrusen Handlungsspektakel besetzten, tauchen aus der flirrenden Dunkelheit der Flächen in der Zeichnung noch einmal auf und verschwinden. Im leeren oder stillen Zwischenraum könnte die Freiheit tatsächlich noch grenzenlos sein.

(Auszüge aus einem Text von Annelie Pohlen, 2012)



Der Katalog „Notizen von der Peripherie eines Belagerungszustandes“ von Johannes Spehr, 2014 im Bruno Verlag erschienen, wird zur Vernissage am 26. Februar, 18-21 Uhr, erhältlich sein. Für weitere Informationen und Bildmaterial kontaktieren Sie bitte die Galerie.


Künstler:
Johannes Spehr (VITA)