Julia Jansen

06.07.12 bis 18.08.12

VERNISSAGE: verlängert bis 25. August 2012

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Dies ist die zweite Einzelausstellung von Julia Jansen, Meisterschülerin von Thomas Bayerle, in der Thomas Rehbein Galerie.

„Julia Jansen forscht. [...] Julia Jansen ist Forscherin oder auch nur Malerin, und am Ende stehen stets/immer die Bilder (die Gemälde) und hängen an der Wand. [...] “ Dieses Statement von Hans Petri bringt Julia Jansens’ Auseinandersetzung mit der Malerei auf den Punkt. Das Spektrum der bildnerischen Mittel zur Erzeugung von Bildern ist ihr Handwerkszeug. Formmittel, die sie einander ergänzend oder kontrastierend, akzentuierend oder Spannungen erzeugend einzusetzen weiß, und so in ihren Arbeiten sowohl gegenständliche als auch abstrakte Bildwelten schafft. Kunsthistorisches Vertrautes wie Landschaften, Interieurs, Tiere, Stillleben und Genreszenen werden durch das Ausloten der gestalterischen Mittel ins Zeitgenössische transferiert.

In ihren neuen Arbeiten umspielen faltenreiche, leuchtend farbige Gewänder silhouettenhafte, statisch anmutende Figuren. Jansen inszeniert ihre Protagonisten in tiefschwarzen, dramatischen Bildräumen und in einem grellen Lichteinfall, der wie ein Spotlight auf sie fällt. Gleichzeitig führt die kursorisch dargelegte Draperie jedoch zu einer Entmaterialisierung. Konturen lösen sich auf, infolge der Dunkelheit oder scheinbar überbelichteter und unscharfer Partien. Ihre Bilder oszillieren zwischen Gegenständlichkeit und Abstraktion.

Ihre Malerei beruht auf einem konzeptionellen Ansatz. Ihren Arbeiten gehen vorgefundene Fotografien aus Zeitungen, Zeichnungen oder selbst inszenierte Modelle voraus. Letztere ermöglichen ihr die oben angesprochenen gestalterischen Elemente zu studieren. Im Falle der Serie der „Torsi“ drapierte sie Kleider, Hüte und Brillen aus ihrem eigenem Fundus um einen Punchingball, fotografierte die figurativen Stoffkonstruktionen und setzte die so entstandenen fotografischen Vorlagen anschließend malerisch um. Demnach schafft Jansen keine Abbilder vorgefundener Realitäten sondern erzeugt in ihren Bildern Illusionen. In der Serie erprobt sie verschiedene Ansichten und Variationen.

Die Verunschärfung der Bildgegenstände bewirkt beim Betrachten Irritationen in der Wahrnehmung. Unschärfe vermag Dinge zu verschleiern und zu verrätseln. Durch die materielle Formgebung und gleichzeitige Entmaterialisierung der Figuren besitzen diese Arbeiten etwas Geheimnisvolles und Unheimliches. Sie lassen viel Spielraum für Interpretationen.

(Miriam Walgate, 2012)


Künstler:
Julia Jansen (VITA)