Liaisons Dangereuses

Gruppenausstellung, kuratiert von Ludwig Seyfarth

04.06.10 bis 31.07.10

VERNISSAGE: 04. Juni 2010; 18-22 Uhr

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Die Thomas Rehbein Galerie präsentiert in einer gemeinsam mit Ludwig Seyfarth kuratierten Ausstellung Arbeiten von Mortiz Altmann, Wouter Dolk, Peter Duka, Friederike Feldmann, Gregory Forstner, Anna Lena Grau/ Pauline M`barek, Catherine Lorent, Veronika Schumacher, Pia Stadtbäumer und Steinbrener/ Dempf zum Phänomen Barock in der zeitgenössischen Kunst.

Das augenfälligste Kennzeichen der Epoche von Barock und Rokoko ist ihre Widersprüchlichkeit.
Man verbindet sie gemeinhin mit prunkvoller höfischer Festkultur, spielerischer, koketter Erotik, Maskerade und Rollenspiel. Dahinter steht jedoch keine ungezwungene Natürlichkeit, sondern ein hochartifizielles System von Ritualen, Codes und Gesten.
Es ist kein Zufall, dass der Barock auch ein Zeitalter großer Mathematiker war, zudem geprägt von der Faszination für mechanische Maschinen und die Bewegung, die diese künstlich erzeugen konnten. Barocke Plastiken sind oft von einem Bewegungsdrang beseelt, der die Festigkeit des Holzes oder des Marmors zu transzendieren scheint.
Die Ausstellung Liaisons Dangereuses zeigt Werke heutiger Künstlerinnen und Künstler, die das vielfältige ästhetische Vokabular des 17. und 18. Jahrhunderts aufgreifen und für die heutige Zeit neu interpretieren.
Ausufernde, verschlungene Ornamente und in labile Positionen gedrehte Figuren stehen neben emblematischen Verdichtungen, seriellen Wiederholungen und einem gezielten Spiel mit Maskierungen und Unsichtbarkeiten. Dabei werden verschiedene Medien oft ebenso miteinander verbunden wie im Barock, wo Künstliches und Natürliches, Zwei- und Dreidimensionalität oft augentäuschend ineinander übergehen. Die physische Beschaffenheit dessen, was wir sehen, ist oft ebenso zweideutig wie das Dargestellte.
Liaisons Dangereuses meint also nicht nur die gefährlichen erotischen Verwicklungen des Rokoko, sondern vor allem auch ein Spiel mit scheinbar unvereinbaren Gegensätzen, das anschaulich zum Ausdruck kommt. Anders als in vielen postmodernen Zitatspielereien stellt die heutige Auseinandersetzung mit barocken Formen und Inhalten auch die Konflikte und Widersprüche einer Epoche heraus, die manche Parallelen zu unserer Zeit aufweist.


(Ludwig Seyfarth, 2010)


Künstler:

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(VITA)