nature blossom

23.02.19 bis 30.03.19

VERNISSAGE: 22.02.2019

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In seiner aktuellen Werkreihe konzentriert sich Leif Trenkler in formaler und historischer Reflexion auf die malerische Tradition der Darstellung von Wasser- und Pflanzenwelt. Insbesondere Orte, in denen Vegetation und Architektur eine metaphorische Rolle spielen, werden Schauplatz seiner Malerei.

(...) „Es sind magische Momente, die Leif Trenkler in seinen Bildern festhält, und ihre Magie liegt darin, dass sie als genau das kenntlich werden: als Momente. Als kleinste Elemente einer Strecke, die keinen Anfang hat und kein Ende. Augenblicke nur, mehr haben wir nicht. Drei Sekunden lang empfinden wir ein Jetzt, so haben Hirnforscher errechnet, dann taucht die Welt in Vergangenheit.“

(...) So schnell ist das alles vorbei. Ein Flügelschlag, ein Nachmittag (schon wachsen die Schatten), ein Sommer (schon färbt sich das Laub), eine Kindheit, das Leben. Nichts war und nichts wird sein. Keine Geschichte, keine Bestimmung, nur zitterndes Licht und Illusion.
Trenkler ist Maler. Ein Handwerker, streng genommen. Seine Methode, das Größte im Kleinsten sichtbar, nein - ahnbar zu machen, braucht ein paar Hilfsmittel. Die Kamera ist das erste. Trenkler behandelt sie mit der gebotenen Nachlässigkeit. Er fotografiert, was seine Aufmerksamkeit erregt, spontan, ohne mehr als die unbedingt nötige Sympathie für die Technik und das Verfahren, ohne den Ausschnitt zu bestimmen oder präziser zu fokussieren, als der Apparat es von sich aus tut.“

(...) Das zweite Hilfsmittel des Künstlers ist der Ortswechsel. Trenkler bereist Ungarn und China, Brasilien, Polen, die Türkei und Arizona: Das Ziel sei eigentlich zweitrangig, sagt Trenkler. Ihm genüge schon die Tatsache einer Veränderung.“

(...) Sein drittes Hilfsmittel: Trenkler nimmt Bezug auf die Geschichte seiner Zunft. Er erweist Vorläufern und Zeitgenossen ehrfürchtige Referenz, versichert sich ihres Beistands und beugt sich den Exerzitien, die das Genre ihm auferlegt. Er malt auf Holztafeln, wie es die mönchischen Meister der Frührenaissance getan haben, Masaccio und Fra Angelico, Piero della Francesca und Jan van Eyck, die ihr neues Menschenbild der Sprödigkeit des Materials abringen mussten.  Solcher Widerstand, sagt auch Trenkler, mache den Kampf um das Bild physisch erlebbar; Holz als Malgrund dämpfe die Farbigkeit und damit die eitle Lust an allzu hurtig gesetzten Glanzlichtern. Es befördere die Demut.“

(...) „Leif Trenkler malt diese Bilder in Öl auf Holz wie die Meister der Renaissance. In Szenen, die aus dem Traum heraufdämmern, wie bei den Surrealisten. Er ist ein Romantiker“

(aus einem Text von Dr. Martin Tschechne, 2009)
 


In his new series, Leif Trenkler questions the tradition of depicting water and plants both formally and historically. In particular, places with metaphorical verdure and architecture serve as scene of Trenkler's paintings.

(…) “Leif Trenkler captures magical moments in his pictures, and their magic lies in their being identified as just that: as moments. As the smallest elements of a route that has no beginning and no end. Only instants, that’s all we have. Brain researchers have discovered that we feel a "now" for three seconds only, then the world dives into the past.”

(…) “And then it’s already gone. A wing beat, an afternoon (shadows are already growing), a summer (the leaves are already turning), a childhood, a lifespan. Nothing was and nothing will be. No history, no purpose, only trembling lights and illusion.
Trenkler is a painter. A craftsman, strictly speaking. His method of making the biggest visible, or rather discenible in the smallest, requires some means.
The camera is the first. Trenkler treats it with the advisable negligence. He photographs whatever attracts his attention, spontaneously, without more than the necessary affect for its technology and the process, without determing or focussing a section more precisely than the camera does by itself.”

(…) “The second mean is the change of location. Trenkler travels to Hungary and China, Brazil, Poland, Turkey and Arizona: In fact, the destination is of secondary importance, says Trenkler. The fact of an alteration is entirely sufficient.”

(…) “His third tool: Trenkler refers to the history of his guild. He refers reverently to his precursors and contemporaries, assures himself of their assistance and defers to the retreat the genre imposes on him. He paints on wooden panels, as did the monastic masters of the early Renaissance, Masaccio and Fra Angelico, Piero della Francesca and Jan van Eyck, who had to wrest their new idea of man from the brittleness of the material. Such resistance, Trenkler says, makes the struggle for the picture physically tangible; wood as a base dampens the color and thus the vain desire for all too quickly set highlights. It enhances humility.”

“Leif Trenkler paints in oil on wood like the masters of the Renaissance. In scenes that are awoken from dreams, as with the Surrealists. He is a romantic.”

(from a text by Dr. Martin Tscheche, 2009)
 


Knstler:
Leif Trenkler