William Anastasi

Ohne Titel

30.04.05 bis 21.06.05

VERNISSAGE:

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Eröffnung Samstag 30. April 2005, 15.00 - 18.00 Uhr

Dies ist die zweite Einzelausstellung des 1933 in Philadelphia geborenen William Anastasi in der Thomas Rehbein Galerie. Lag der Schwerpunkt der ersten Ausstellung 2002 auf neueren Wand-Arbeiten, werden in dieser Ausstellung ältere Papier - und Fotoarbeiten sowie die Realisierung früherer Konzepte zu sehen sein.
In den 60gern war Anastasi zusammen mit Sol LeWitt, Robert Morris, Carl Andre, Robert Smithson und Barry LeVa in zahlreichen Ausstellungen der Virginia Dwan Gallery, New York vertreten. Obwohl Anastasi nie eine vergleichbare Prominenz erlangte wie seine berühmten Mitstreiter, zählt er zu den Begründern der Konzeptkunst und der Minimal Art. Seine Arbeiten greifen die Tradition Duchamps auf und gerne bezieht sich Anastasi auf folgende Episode aus der Biografie des großen Vorläufers, wie von diesem selbst erzählt:
„Ich saß beim gemeinsamen Abendessen mit befreundeten Künstlern im Hôtel des Artistes in New York. An der Wand hinter ihnen hing ein riesiges altmodisches Gemälde- eine Schlachtszene glaube ich. Also sprang ich auf und unterzeichnete es. Sehen Sie, das war ein Ready-Made, was alles hatte außer Geschmack.“(Marcel Duchamp)
Der Gedanke des Ready-Made, also des “Schon-Vorhandenen“, zusammen mit den ausschlaggebenden Themen und Vorgehensweisen der Konzeptkunst wie der Gebrauch von Tautologien, das Entfernen formaler Grenzen, die Einbeziehung des Zufalls, die Auflösung von Materialität und die strenge Konzentrierung auf die Realität im gegenwärtigen Moment prägen das Gesamtwerk Anastasis.
Obwohl ihn mit John Cage mehr verband als die ab 1977 täglich stattfindende Partie Schach, nutzte Anastasi die Bahnfahrten zu Cage um seine Subway Drawings zu fertigen. Dabei sitzt Anastasi in der Bahn, einen Zeichenblock auf den Knien, zwei Bleistifte in der Hand. Er nützt den unregelmäßigen Rhythmus der fahrenden Bahn als gestalterische Kraft, welche die Bleistifte in seinen Händen über das Papier führt und die Strichrichtung bestimmt. Sein Körper überträgt als bloßes Medium Fahrgast die Bewegungen, die er als solcher durchmacht. Die Zeichnungen sind reiner, d.h. von jeglicher Ästethik gereinigter Ausdruck der Bewegungen. Die Diskrepanz zwischen Schein und Sein ist aufgehoben.
Die Arbeiten von William Anastasi befinden sich in der ständigen Sammlung des Whitney Museum of American Art, NY, des Museum of Modern Art, NY, des Metropolitan Museum of Art, NY, und des Guggenheim Museum, NY, u.a. sowie in einigen europäischen Museen.
Die Ausstellung in der Thomas Rehbein Galerie steht in engem Zusammenhang mit den Anastasi Ausstellungen in Hamburg, Art Agents, 03. Juni – 29. Juli 2005 und Kopenhagen, Stalke Galleri, 16. April – 27. Mai 2005. Zu diesen Ausstellungen erscheint ein gemeinsamer Katalog.


Künstler:
William Anastasi (VITA)